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Vereinsgeschichte

Die Arzt- und Zahnarzthilfe Kenya e.V. haben wir am 13. Oktober 1999 in Sömmerda (Thüringen)gegründet. Erstes Ziel war der Aufbau einer zahnärztlichen Klinik in Kenia zur Versorgung der mittellosen Bevölkerung.

Ohne verlässliche Partner vor Ort kann kein Hilfsprojekt aufgebaut und langfristig betrieben werden. Deshalb kontaktierte ich 1997 die Missionszentrale der Franziskaner in Bonn und fragte an, ob Interesse für so ein Projekt besteht und bat um Kontaktvermittlung zu einheimischen Franziskanern. Wir entschieden uns für Afrika, weil dort die Not am größten ist, nahmen Kontakt zu Franciscan Sisters of St. Joseph in Asumbi und Nyabondo auf und erhielten im Sommer 1999 einen Brief von Sister Pauline Mary, in dem der Bedarf eines solchen Projekts und die Kooperationsbereitschaft dargestellt wurde. Das war der Startschuss zur Gründung der AZHK e.V.

 

Nach der Vereinsgründung trugen wir alles zusammen, was für eine zahnärztliche Praxis benötigt wird. Die Organisatoren in Sömmerda legten von Anfang an darauf Wert, nur funktionsfähige und generalüberholte Geräte nach Kenia zu transportieren. Alles wurde in einem Container verpackt, Anfang 2000 nach Kenia geschickt und tatsächlich haben die Franziskanerinnen und wir es geschafft, dass alles vollständig im Juli 2000 im abgelegenen Nyabondo angekommen ist. Parallel dazu flog ich im Februar 2000 bepackt mit zahnärztlichen Instrumenten, Spritzen, Anästhetika und Handschuhen nach Kenia, um erste Behandlungen durchzuführen und mir ein Bild vom Behandlungsbedarf, den Gegebenheiten und Voraussetzungen für die Installation einer Zahnarztpraxis zu machen und konnte hochmotiviert zurück fliegen.

 

Im September 2000 reiste ich zusammen mit dem Dentaltechniker Torsten Rauch, der mittlerweile auch schon sieben Hilfseinsätze hinter sich hat, nach Nyabondo, um unsere erste Praxis aufzubauen, das für die Dental Unit eingestellte einheimische Personal einzuweisen und zu schulen, die ersten Füllungen zu legen und die üblichen Notbehandlungen, d.h. Extraktionen, durchzuführen.

 

Erst nachdem die Praxis stand, veröffentlichten wir unsere Aktivitäten in den zahnärztlichen Medien, um Einsatzleistende zu finden. Ab Anfang 2001 bis heute ist unsere Hauptstation in Nyabondo fast regelmäßig durch deutsche Zahnärzte, häufig mit Unterstützung von Zahnarzthelferinnen und Zahntechnikern, besetzt. Im Jahr 2001 brachten wir die Ausstattung für ein zahntechnisches Labor nach Nyabando und durch die deutschen Zahnärzte und Zahntechniker wurden erste kenianische Zahntechniker in der Herstellung von Kunststoffprothesen ausgebildet.

Im Jahr 2002 starteten wir unser Patenschaftsprojekt für Waisenkinder, da wir sahen wie unermesslich groß die sozialen Probleme sind und haben damit bisher Hunderten von Waisenkindern eine Lebensperspektive gegeben. Außerdem bemühten wir uns von Anfang an, die Notwendigkeit der Aidsprävention und –aufklärung bewusst zu machen und örtliche Initiativen zu unterstützen.

 

Durch die bei dem Volk der Luos übliche Witwenvererbung und die daraus folgende noch rasantere Ausbreitung des Hi- Virus blieben Frauen, die sich diesem Dogma widersetzten mittellos zurück. Auf Initiative von Sr. Pauline organisierten sich Hunderte von Witwen in Selbsthilfegruppen, um in "Income Generating Activities", wie z.B. Hühnerzucht, gemeinsame Feldarbeit, Körbeflechten u.Ä. etwas Geld zu verdienen. Wir unterstützten diese Gruppen ab 2002 mit offen ausgezahlten Spenden. Nach dem Kauf von Land für die Witwen begann 2003 der Aufbau des Witwen- und Waisendorfs St. Monica- Village, in dem bisher eine Schneiderei, ein Petroleumshop, eine Gaststätte, eine Bücherei, ein Officegebäude und mehrere kleine Häuser für Notleidende errichtet wurden.

 

Im Jahr 2002 haben wir das Instrumentarium für eine Augenklinik nach Nyabondo gebracht und unterstützen diese seitdem, da der Bedarf immens ist. Außerdem haben von Anfang an, allerdings in unregelmäßigen Abständen, mehrere Allgemeinärzte und Chirurgen in den Krankenhäusern Nyabondo und Kasarani gearbeitet.

 

Jeweils auf Bitten der Franziskanerinnen wurden weitere Zahnarztpraxen eingerichtet:

  • 2002 im Krankenhaus Kasarani(Nairobi) + zahntechnisches Labor
  • 2004 im St. Anthony Dispensary Nakuru + zahntechnisches Labor
  • 2005 im Christa Marian Hospital in Kisii
  • 2005 in Asumbi
  • 2006 im Ruben Slum Nairobi
  • 2009 im St. Monica Hospital Kisumu
  • 2009 in Kaplomboi
Neben den Behandlungen in den Zahnarztpraxen und bei mobilen Einsätzen fördern wir die Ausbildung von Kenianern vor Ort und unter Ausnutzung der Kapazitäten in Afrika. Momentan besuchen zwei junge Männer ein College und erlernen den Beruf des Zahntechnikers. Außerdem studiert die Franziskanerin Sr. Fabian seit 2006 Zahnmedizin in Kampala (Uganda) und es ist geplant, dass sie später die Verantwortung für unsere Zahnarztstationen übernimmt und selbst in der Lehre tätig sein wird. Die von uns im St. Monica Hospital Kisumu eingerichtete Praxis wird der in Gründung befindlichen Uzima- Universität angegliedert sein, in der auch eine zahnmedizinische Sektion errichtet werden soll.

 

Juni 2009,
Dr. H.-J. Schinkel