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Zahnärztliches Hilfsprojekt

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Zahnärztliches Hilfsprojekt
Im Februar 2009
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In unseren Einsatzorten Kasarani, in der Nähe der Hauptstadt Nairobi gelegen, Nakuru, Kisumu und in den ländlichen Orten Kaplomboi und Nyabondo werden wir deutschen Zahnärzte sehnlichst erwartet. Mit einem durchschnittlichen Monatslohn von ca. 4000 Ksh (ca.40 Euro ) kann sich die Mehrheit der kenianischen Bevölkerung eine zahnmedizinische Behandlung gar nicht leisten, zumal eine Krankenversicherung dafür nicht existiert und alles privat bezahlt werden muss. Eine Extraktion kostet bei einem kenianischem Zahnarzt ca. 600 Ksh., außerdem hat dieser oft ein Einzugsbegiet von mehr als 100.000 Einwohner.

In Kasarani zeigt sich das Wirken und Organisationstalent der neuen Leiterin des Krankenhauses Sister Victorina deutlich. Die von uns gekaufte und im Jahr 2007 im neuen Krankenhaus aufgestellte neue brasilianische Behandlungseinheit mit luftgesteuertem Cartgerät ist voll funktionstüchtig. Gleiches gilt für die von uns eingerichtete Dental Unit im Ruben Slum von Nairobi. Die kenianischen Oral Health Worker Patrick und Isaac behandeln pro Tag ca. 30-40 Patienten in Kasarani und gehen zusätzlich drei- bis viermal pro Woche zu Mobiles in die Slums. Im zahntechnischen Labor, das aus zwei Räumen besteht sind alle zur Herstellung von Kunststoffprothesen notwendigen Geräte vorhanden, die von einem kenianischen Techniker hergestellt werden.

Außerdem haben wir im Ruben Slum Nairobis eine Behandlungseinheit aufgestellt, an der mindestens einmal wöchentlich bei Mobiles gearbeitet wird. Füllungstherapie, Extraktionen und Kunststoffprothetik ist möglich.

In der Dental Unit in Nakuru arbeitet der kenianische Oral Health Officer Thomas, der aufgrund seiner nun schon dreijährigen Erfahrung gewissenhaft und geübt im Extrahieren, Füllung legen, bei Wurzelbehandlungen und bei der Herstellung von Kunststoffprothesen ist. Weiterhin wurde ein neuer Zahntechniker (Patrick) eingestellt. Mit der Leiterin des St. Anthony`s Dispensarys, Sister Esther, wurde abgesprochen, dass sie die Mobiles kontinuierlich durchführen wird, besonders wenn deutsche Zahnärzte vor Ort sind. Die Krankenhäuser in Kasarani und Nakuru werden von den Little Sisters of St. Francis geführt.

Das ursprüngliche Afrika ist in Nyabondo erfahrbar und es ist immer wieder beeindruckend die Lebenstüchtigkeit der Kenianer in der Schlichtheit ihres Alltags zu erleben. Im Februar 2009 wurde die Dental Unit im Krankenhaus in Nyabondo ebenfalls mit einer neuen Behandlungseinheit mit luftgesteuertem Cartgerät ausgestattet, die die 8 Jahre im Einsatz gewesene Sirodont-Einheit nun abgelöst hat. Sister Lawrencia, die neue Leiterin der Dental Unit, bestellt in der Einsatzzeit der deutschen Zahnärzte Patienten für Füllungen und Wurzelbehandlungen. Seit Mai 2009 ist eine kenianische Oral Health auch dort angestellt. Von Sr. Lawrencia werden auch regelmäßig mobile Einsätze für deutsche Kollegen in Gegenden organisiert, wo keine zahnärztlichen Behandlungen sonst erfolgen. Im zahnärztlichen Labor erfolgt durch einen kenianischen Techniker (Patrick) die Herstellung einfacher Kunststoffprothesen.

Im Zusammenhang mit der Eröffnung der katholischen Uzima-Universität in Kisumu Anfang 2009 und der Unterstützung der dortigen zahnmedizinischen Sektion durch die AZHK wurde im ca. 5 km nördlich von Kisumu gelegenen St. Monica- Hospital eine Zahnarztpraxis eingerichtet, die ebenfalls mit einer neuen brasilianischen Behandlungseinheit ausgestattet ist. Ein junger Oral Health Officer (Evans) mit zwei Jahren Berufserfahrung ist bereits angestellt worden.

Weitere Praxen haben wir in den ebenfalls von Franziskanerinnen geführten Krankenhäusern in Kisii und Asumbi eingerichtet. Beide Stationen werden momentan bei von Nyabondo aus organisierten Mobiles genutzt.


Im Februar 2009 haben wir die achte Zahnarztpraxis in Kaplomboi ca. 40 km südlich von Sotik in einem von Kipsigis bewohntem sehr ländlichem und dementsprechend ruhigem Gebiet eingerichtet. Sie ist einem kleinem Dispensarium eingegliedert, in dem ambulante Behandlungen durchgeführt werden. Dieses wird von der engagierten Sr. Gracia geleitet, die viele von uns kennen, da sie sechs Jahre die Verantwortliche der Dental Unit in Nyabondo war.

Wir haben im Februar 2009 eine komplette Zahnarztpraxis dort installiert. Kernstück ist auch hier eine neue größtenteils luftgesteuerte brasilianische Behandlungseinheit. Für mobile Einsätze steht ein Bravo- Motor von Hager & Werken zur Verfügung. Sr. Gracia plant demnächst die Einrichtung eines zahntechnischen Labors.

Sr. Gracia hat einen Oral Health Officer angestellt, der die Behandlungen durchführt. Ziel ist es auch hier mit Hilfe deutscher Zahnärzte Gruppenprophylaxe in Schulen einschließlich der Reihenuntersuchungen und anschließenden Kinderbehandlungen in naher Zukunft durchzuführen.

Die Unterbringung der Deutschen erfolgt im angrenzenden Konvent der Franciscan Sisters of St. Joseph.

Präventionsmaßnahmen durch Gruppenprophylaxe und Behandlungen in den Schulen werden wir planmäßig ausbauen. In Nyabondo wurde damit schon systematisch begonnen, die anderen Stationen werden folgen. Unser Prophylaxeprogramm soll eine regelmäßige Instruktion und Motivation zur Mundhygiene, Aufklärung über Risikofaktoren für Zahnkrankheiten sowie Untersuchung und anschließende Behandlung der Schüler entweder direkt in den Schulen oder in der Dental Unit ermöglichen. Wir möchten alle zukünftigen Einsatzleistenden bitten , uns bei diesem Vorhaben tatkräftig zu unterstützen. Die Behandlungen der Schüler müssen in Listen erfasst werden, da unsere AZK diese nach festgelegten Sätzen dem Krankenhaus bezahlt um Unkosten zu decken und Einnahmen zu ermöglichen. Kaum einer in Kenia ist willens und in der Lage für zahnärztliche Kinderbehandlung, sei sie auch noch so notwendig, Geld auszugeben.

Gleichzeitig möchten wir alle Einsatzleistenden ermuntern, sich möglichst planmäßig und täglich Zeit zur Ausbildung unserer kenianischen Mitarbeiter der Dental Unit zu nehmen. Wichtige Themen sind besonders Hygiene einschließlich Desinfektion und Sterilisation, Arbeitsabläufe, Pflege der Instrumente und Ausrüstung, Prävention von Zahnkrankheiten, Einzel- und Gruppenprophylaxe, Kariesdiagnostik u.v.m. Besonders wichtig ist, das Personal zur Durchführung effektiver Präventionsmaßnahmen und Reihenuntersuchungen zu befähigen.

In allen Hauptbehandlungsstationen haben wir eine fast vollständige Standardisierung der Geräte erreicht. Die Einheiten sind einfach zu reparieren und für afrikanische Verhältnisse tauglich. In Nyabondo und im St. Monica Hospital sind mobile rein luftgesteuerte Einheiten vorhanden, so dass dort direkt in Schulen Füllungstherapie erfolgen kann.

Die zahnmedizinische Behandlung in unseren Behandlungsstationen umfasst Füllungstherapie, Zahnsteinentfernung, Extraktionen und Kunststoffprothetik und setzt vor allem eine gewisse Erfahrung in zahnärztlicher Chirurgie voraus, da oft schwierige Extraktionen tief kariös zerstörter Zähne notwendig werden, besonders unter einfachsten Arbeitsbedingungen bei mobilen Einsätzen. Wer noch nicht über genügend Erfahrung beim Extrahieren und in zahnärztlicher Chirurgie verfügt, sollte uns das mitteilen, so dass der Schwerpunkt des Einsatzes nach Information der kenianischen Projektpartner auf Füllungstherapie, Prävention und Mobiles in Schulen gelegt wird.

Alle Behandlungsstationen verfügen über einfache aber ausreichende Unterkunftsmöglichkeiten in Gästehäusern im sicheren und bewachten Krankenhausgelände. Die Einsatzleistenden können eine reichliche und wohlschmeckende afrikanische, größtenteils für uns europäisierte Küche genießen.