Im Februar 2009 haben wir die achte Zahnarztpraxis in Kaplomboi ca. 40 km südlich von Sotik in einem von Kipsigis bewohntem sehr ländlichem und dementsprechend ruhigem Gebiet eingerichtet. Sie ist einem kleinem Dispensarium eingegliedert, in dem ambulante Behandlungen durchgeführt werden. Dieses wird von der engagierten Sr. Gracia geleitet, die viele von uns kennen, da sie sechs Jahre die Verantwortliche der Dental Unit in Nyabondo war.
Wir haben im Februar 2009 eine komplette Zahnarztpraxis dort installiert. Kernstück ist auch hier eine neue größtenteils luftgesteuerte brasilianische Behandlungseinheit. Für mobile Einsätze steht ein Bravo- Motor von Hager & Werken zur Verfügung. Sr. Gracia plant demnächst die Einrichtung eines zahntechnischen Labors.
Sr. Gracia hat einen Oral Health Officer angestellt, der die Behandlungen durchführt. Ziel ist es auch hier mit Hilfe deutscher Zahnärzte Gruppenprophylaxe in Schulen einschließlich der Reihenuntersuchungen und anschließenden Kinderbehandlungen in naher Zukunft durchzuführen.
Die Unterbringung der Deutschen erfolgt im angrenzenden Konvent der Franciscan Sisters of St. Joseph.
Präventionsmaßnahmen durch Gruppenprophylaxe und Behandlungen in den Schulen werden wir planmäßig ausbauen. In Nyabondo wurde damit schon systematisch begonnen, die anderen Stationen werden folgen. Unser Prophylaxeprogramm soll eine regelmäßige Instruktion und Motivation zur Mundhygiene, Aufklärung über Risikofaktoren für Zahnkrankheiten sowie Untersuchung und anschließende Behandlung der Schüler entweder direkt in den Schulen oder in der Dental Unit ermöglichen. Wir möchten alle zukünftigen Einsatzleistenden bitten , uns bei diesem Vorhaben tatkräftig zu unterstützen. Die Behandlungen der Schüler müssen in Listen erfasst werden, da unsere AZK diese nach festgelegten Sätzen dem Krankenhaus bezahlt um Unkosten zu decken und Einnahmen zu ermöglichen. Kaum einer in Kenia ist willens und in der Lage für zahnärztliche Kinderbehandlung, sei sie auch noch so notwendig, Geld auszugeben.
Gleichzeitig möchten wir alle Einsatzleistenden ermuntern, sich möglichst planmäßig und täglich Zeit zur Ausbildung unserer kenianischen Mitarbeiter der Dental Unit zu nehmen. Wichtige Themen sind besonders Hygiene einschließlich Desinfektion und Sterilisation, Arbeitsabläufe, Pflege der Instrumente und Ausrüstung, Prävention von Zahnkrankheiten, Einzel- und Gruppenprophylaxe, Kariesdiagnostik u.v.m. Besonders wichtig ist, das Personal zur Durchführung effektiver Präventionsmaßnahmen und Reihenuntersuchungen zu befähigen.
In allen Hauptbehandlungsstationen haben wir eine fast vollständige Standardisierung der Geräte erreicht. Die Einheiten sind einfach zu reparieren und für afrikanische Verhältnisse tauglich. In Nyabondo und im St. Monica Hospital sind mobile rein luftgesteuerte Einheiten vorhanden, so dass dort direkt in Schulen Füllungstherapie erfolgen kann.
Die zahnmedizinische Behandlung in unseren Behandlungsstationen umfasst Füllungstherapie, Zahnsteinentfernung, Extraktionen und Kunststoffprothetik und setzt vor allem eine gewisse Erfahrung in zahnärztlicher Chirurgie voraus, da oft schwierige Extraktionen tief kariös zerstörter Zähne notwendig werden, besonders unter einfachsten Arbeitsbedingungen bei mobilen Einsätzen. Wer noch nicht über genügend Erfahrung beim Extrahieren und in zahnärztlicher Chirurgie verfügt, sollte uns das mitteilen, so dass der Schwerpunkt des Einsatzes nach Information der kenianischen Projektpartner auf Füllungstherapie, Prävention und Mobiles in Schulen gelegt wird.
Alle Behandlungsstationen verfügen über einfache aber ausreichende Unterkunftsmöglichkeiten in Gästehäusern im sicheren und bewachten Krankenhausgelände. Die Einsatzleistenden können eine reichliche und wohlschmeckende afrikanische, größtenteils für uns europäisierte Küche genießen.



